Gold für die Frauen – Leder für die Männer

Simone Niggli krönt an den OL-Weltmeisterschaften im Waadtland mit Gold in der Staffel zusammen mit Ines Brodmann und Judith Wyder ihre starke Bilanz der Titelkämpfe. Die Männer kamen auf den undankbaren 4. Rang.

«Das ist mein wertvollster Sieg dieser Weltmeisterschaften», betonte Simone Niggli. «Die Genugtuung ist besonders gross, weil ich dem Team etwas zurückgeben konnte», fügte die Ausnahmekönnerin hinzu. In der Regel verdrängt sie ihre Kolleginnen aus dem Rampenlicht , so geschehen bei ihren Siegen vor einer Woche im Sprint und am Donnerstag über die Langdistanz oder nach ihrem Malheur am Dienstag, als sie in der Mitteldistanz einen falschen Posten anlief. Diesmal hievte Niggli ihre Kolleginnen auf das oberste Treppchen und dankte ihnen mit einem Goldlauf für die glänzende Vorarbeit.

Die 34-jährige Bernerin sicherte dem Schweizer Frauenteam als Schlussläuferin den ersten Titel im Teamwettkampf seit 2005 und den dritten insgesamt. Niggli hatte auf dem Weg zum Jubiläumsgold bei ihren zehnten Weltmeisterschaften die dritte und letzte Teilstrecke mit 42 Sekunden Rückstand auf die Schwedin Tove Alexandersson in Angriff genommen. Bereits nach dem zweiten Posten lag die Mutter von drei Kindern in Führung, weil der 15 Jahre jüngeren Schwedin ein grober Schnitzer unterlaufen war. Niggli lief danach solo einem ungefährdeten Sieg entgegen, Alexandersson sicherte den Schwedinnen zumindest Silber. Den Kampf um Bronze entschied Norwegen im Duell mit Russland für sich.

«Heute ist alles von A bis Z aufgegangen», sagte Niggli. «Ich hatte keinen Kontakt mit den Gegnerinnen und lief mein eigenes Rennen. Ich durfte die starke Vorarbeit von Ines und Judith umsetzen. Auf diese Situation hatte ich gehofft.»

Für die Schweizerinnen, die nicht als Topfavoritinnen angetreten waren, hatte Ines Brodmann das Rennen eröffnet. Der Baslerin unterlief bereits auf dem Weg zum ersten Posten ein Fehler, womit sie sich früh einen Rückstand von mehr als einer Minute einhandelte. Das Malheur bügelte sie bis zum Wechsel wieder aus. Judith Wyder zeigte ihre beste Leistung an diesen Titelkämpfen. Sie sprengte das Fünfertram der ersten Serie und hielt den Rückstand auf Schweden in Grenzen.

Eine Enttäuschung setzte es im Rennen der Männer ab. Fabian Hertner, Matthias Müller und Matthias Merz verpassten die angestrebte (Gold)-Medaille deutlich und mussten mit Platz 4 Vorlieb nehmen. Nachdem Hertner noch als Führender übergeben hatte, verloren Müller und Merz kontinuierlich an Terrain. Vor allem ein Fehler von Merz auf der langen Route erwies sich als zu grosses Handicap. Gold holte in einem packenden Finish Tschechien vor Norwegen und Schweden. Es war die erste tschechische Goldmedaille in der Staffel.